Meldungen aus der Friedrich und Isabel Vogel-Stiftung
Die Preisträgerinnen und Preisträger der Friedrich und Isabel Vogel-Preise 2026 stehen fest: Geehrt werden vier exzellente wirtschaftsjournalistische Beiträge aus Print, Hörfunk/Podcast und TV/YouTube, die durch ihre originelle Themenwahl, brillante Recherche und verständliche Vermittlung relevanter wirtschaftlicher Zusammenhänge überzeugen.
Die Auszeichnung ist jeweils mit 3.000 Euro dotiert.
Die Preisverleihung findet im Rahmen des Journalistentages NRW am 21. November 2026 in der Sparkassenakademie Dortmund statt.
Beitrag "Die Insellösung"
erschienen am 19. April 2026
in der Welt am Sonntag
Der Text wurde unter anderem Titel
auch auf Business Insider veröffentlicht.
Andreas Macho, Jahrgang 1981, ist Reporter im Wirtschaftsressort von WELT, WELT AM SONNTAG und Business Insider. Er berichtet vorrangig über Gesundheitsthemen und den Technologiekonzern Siemens.
Bis 2022 arbeitete er als Korrespondent für die WirtschaftsWoche in München, davor war er unter anderem als Unternehmensreporter und im Investigativ-Team für die WirtschaftsWoche tätig.
Begonnen hat Andreas Macho seine journalistische Laufbahn als Polizeireporter für die österreichische Zeitung "Kurier" und schrieb danach als freier Journalist für das Wiener Büro von "Die Zeit". Macho studierte Germanistik und Publizistik in Wien und Berlin und besuchte die Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten.
Zum ausgezeichneten Beitrag: Rund um den Globus errichten Tech-Milliardäre und Libertäre Privatstädte und Mini-Nationen. Dort gelten ihre eigenen Regeln, Unternehmen testen ethische Grenzen aus. Keines dieser Vorhaben ist dabei so weit vorangeschritten wie Próspera vor der Küste von Honduras. Andreas Macho hat den Ort besucht.
Beitrag "Die Jobcenter-Falle",
zuerst ausgestrahlt am 12. August 2025
in frontal (ZDF)
Tonja Pölitz ist Volljuristin und arbeitet derzeit als Autorin für die ZDF-Sendung "frontal". Zuvor berichtete sie als Korrespondentin aus Österreich und den Ländern Südosteuropas. Zudem war sie Hauptstadtkorrespondentin, Reporterin unter anderem für ZDF-heute, heute Journal, Auslandsjournal und die ZDF.reportage. Tonja Pölitz dreht vor allem gesellschaftspolitische Filme, in denen Menschen im Mittelpunkt stehen. In der Magdeburger Zwickmühle moderiert sie regelmäßig die Gesprächsreihe "frontal aber fair".
Zum ausgezeichneten Film: Millionen sind ohne Job und die Politik setzt auf Druck, auf Mitwirkungspflichten und auf Kürzung der Leistungen. Doch wie bringt man Menschen zurück in den Arbeitsmarkt? Trotz Milliardenkosten zeigt die Arbeitsvermittlung der Jobcenter immer weniger Wirkung. Zu vielen Kunden besteht seit Jahren kein Kontakt – das System hat sie verloren. Die ZDF frontal Doku "Die Jobcenter-Falle" zeigt außerdem: werden staatliche Maßnahmen zur Dauerlösung, führt das direkt in die Perspektivlosigkeit. Was also, wenn das System selbst in die Sachgasse führt, aus der die Betroffenen nicht wieder herausfinden?
Beitrag "Dirty Money – Geldwäsche-Paradies Deutschland",
veröffentlicht am 27. Oktober 2025 in Das ERSTE
geliefert vom Westdeutschen Rundfunk
Der Filmemacher Johan von Mirbach, Jahrgang 1979, kam über den Journalismus zum Film. Er studierte Regionalwissenschaften Lateinamerika in Köln und Buenos Aires. Danach folgte ein Volontariat bei einer Fernsehproduktionsfirma. Im Anschluss baute Johan von Mirbach die Videoredaktionen der Deutschen Welle in Bonn auf und machte sich als Filmemacher selbstständig. Der Regisseur drehte Filme wie "#dieselgate", "Smoke & Fumes", "Wie gelingt die Verkehrswende?" oder "Die Kryptoqueen". Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. Der Filmemacher steht auch als Reporter und Moderator vor der Kamera.
Zum ausgezeichneten Film: "Dirty Money - Geldwäsche-Paradies Deutschland" zeigt, wie Milliarden aus Drogenhandel, Terrornetzwerken und organisierter Kriminalität täglich in den deutschen Wirtschaftskreislauf fließen. Der Film verfolgt die Spur des schmutzigen Geldes, enthüllt Tricks der Geldwäscher und gewährt exklusive Einblicke in die Arbeit von BKA, Zoll und Steuerfahndung. Eindrücklich wird klar, warum konsequente Geldwäschebekämpfung mehr ist als Finanzpolitik – sie ist eine Frage der nationalen Sicherheit. Außerdem zeigt der Film, warum Deutschland eines der größten Geldwäsche-Paradiese weltweit ist, wie Ermittler an Grenzen stoßen und warum illegales Geld Terrorismus und Kriege begünstigt.
Wolf of Cannabis
erschienen am 20. Oktober 2025, ARD Sounds
(Co-Autorin: Lea Hampel)
Marlene Halser, Jahrgang 1977, ist freie Investigativ-Reporterin für Print, Audio/Podcast und Bewegtbildmedien. Sie arbeitet unter anderem für Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, FAS, WirtschaftsWoche, Deutschlandfunk Kultur, SWR, ZDF und Die Spur. Außerdem produziert sie Radio Features und Doku-Podcasts, ist Fact Checkerin und Script Consultant. Von 2011 bis 2019 war sie zunächst als Bayernkorrespondentin, dann als Redakteurin und später als Ressortleitung "Gesellschaft und Medien" sowie als Content SEO bei der taz. Zu Marlene Halsers Kernthemen gehören Recherchen zu Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt, aber auch zu Drogenpolitik und Klimagerechtigkeit.
Zum ausgezeichneten Podcast: "Wolf of Cannabis" beleuchtet mit sachlicher Tiefe und journalistischer Sorgfalt die rasante Entwicklung des medizinischen Cannabis-Marktes in Deutschland. Im Fokus steht Niklas Kouparanis, CEO von Bloomwell, der mit seiner Telemedizin-Plattform eine Art "Amazon für medizinisches Cannabis" aufgebaut hat und damit die gesellschaftliche Debatte um Legalität, Ethik und Gesundheitsversorgung befeuert. Der Podcast verbindet investigative Recherche mit verständlicher Aufbereitung komplexer regulatorischer und medizinischer Fragen. Dabei werden rechtliche Grauzonen, patientenrelevante Risiken und Chancen der digitalen Verschreibung transparent gemacht und aus gesundheitspolitischer Sicht bewertet. Marlene Halser und Lea Hampel tragen vorurteilsfrei und faktenbasiert zusammen, welche Folgen ein zu stark kommerzialisierter Markt für medizinisches Cannabis für Konsumierende hat und wie eine Cannabispolitik aussehen könnte, die die Gesundheit der Menschen in den Vordergrund stellt.
Die Preisverleihung findet – eröffnet durch NRW-Landtagspräsident André Kuper – zum Abschluss des diesjährigen Journalistentages des DJV-NRW am 21. November 2026 in der Sparkassenakademie Dortmund statt.
Interessierte sind herzlich eingeladen, an der Preisverleihung und dem anschließenden Get-together mit Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken teilzunehmen.
Anmeldung per E-Mail an vogelstiftung@stifterverband.de
DIE FRIEDRICH UND ISABEL VOGEL-STIFTUNG
Seit 1984 setzt sich die Friedrich und Isabel Vogel-Stiftung dafür ein, Wirtschaft verständlich zu vermitteln und journalistische Exzellenz zu belohnen. Mit den Friedrich und Isabel Vogel-Preisen, dotiert mit jeweils 3.000 Euro, zeichnet die Stiftung Beiträge aus Print, Online, Hörfunk (inkl. Podcast) und TV aus, die originell, relevant und spannend über Wirtschaft berichten. Zudem vergibt sie Stipendien für journalistische Nachwuchstalente. "Die Arbeit der Wirtschaftspresse ist genauso wichtig wie die Arbeit der Wirtschaft selbst" – dieses Credo prägte Friedrich Vogel, Gründungsverleger des Handelsblatts. Um frische Ideen, mutige Recherchen und Beiträge mit gesellschaftlicher Relevanz im Wirtschaftsjournalismus zu fördern, gründete er vor über 40 Jahren gemeinsam mit seiner Ehefrau die Friedrich und Isabel Vogel-Stiftung.